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06.11.2018

Pferdegesundheit

Impfung von Pferden gegen das West-Nil-Virus (WNV)


Die Ständige Impfkommission Veterinärmedizin (StIKo Vet) am Friedrich-Loeffler-Institut ist eine tiermedizinische Expertenkommission, die u.a. Impfempfehlungen für Tiere erarbeitet.

Die aktuelle Version der Leitlinie zur Impfung von Pferden der StIKo Vet empfiehlt lediglich eine Impfung von Pferden gegen das West-Nil-Virus, die in Endemiegebiete verbracht werden sollen, in denen das West-Nil-Virus verbreitet ist (u.a. Süd- und Südosteuropa).

Im September dieses Jahres wurde erstmals WNV bei zwei Pferden in Brandenburg und Sachsen-Anhalt nachgewiesen. Außerdem gab es mehrere Nachweise bei Wildvögeln in Bayern, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt. WNV kann durch Stechfliegen von Wildvögeln auf Pferde und auch auf Menschen übertragen werden.

Es muss damit gerechnet werden, dass sich das WNV in den kommenden Jahren weiter in Mitteleuropa verbreiten wird. Die WNV Infektion verläuft bei einem Großteil der angesteckten Pferde ohne klinische Symptome. Bei etwa 8% der infizierten Pferde kommt es jedoch zu neurologischen Ausfällen. Für bis zu 50% der neurologisch erkrankten Pferde endet die Infektion tödlich. Bei den Patienten, die die Erkrankung überleben, kann es zu bleibende Schäden kommen.

In Anbetracht dieser Entwicklung empfiehlt die StIKo Vet aktuell die Impfung von Pferden gegen WNV in den Gebieten, in denen WNV bereits aufgetreten ist sowie von Pferden, die in gefährdete Gebiete verbracht werden sollen. Wenn sich das Virus weiter ausbreiten sollte, wird mittelfristig eine WNV-Impfung im gesamten Bundesgebiet angestrebt.

In den bereits betroffenen Gebieten sollte die Grundimmunisierung vor der nächsten Mückensaison im Frühjahr 2019 abgeschlossen sein, um einen guten Impfschutz zu gewährleisten.

Eine ausführliche Stellungnahme der StIKo Vet zur WNV Impfung bei Pferden finden Sie auf der Homepage des Friedrich-Loeffler-Institutes unter:

Stellungnahme zur Immunisierung von Pferden gegen das West-Nil-Virus, Stand: 22.10.2018



Dr. Klaus Banzhaf

Pferdegesundheitsdienst der Tierseuchenkasse Baden-Württemberg

 

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