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22.07.2019

Berufsausbildung - Pferdewirte

Bewegungslehre – Bewegungsgefühl - Dialog zwischen Reiter und Pferd



Initiiert von Ulrich Ruopp und Klaus Öhlschläger, Delegierte der BBR für Baden-Württemberg, wurde für die Schülerinnen und Schüler der Landesfachklasse für Pferdwirte an der Beruflichen Schule Münsingen ein Lehrgang zum Thema Bewegungslehre nach Eckart Meyners angeboten.

In der Verordnung über die Berufsausbildung zum Pferdewirt/zur Pferdewirtin wird die berufliche Handlungskompetenz gefordert. Das beinhaltet selbstständiges Planen, Entscheiden, Durchführen, Kontrollieren und Bewerten. In Bezug auf das Reiten bedeutet das, dass neben Bewegungsproblemen des Pferdes auch die eigenen Bewegungsprobleme erkannt und dafür individuelle Lösungen gefunden werden, um die Harmonie zwischen Reiter und Pferd zu verbessern. Dazu ist es unerlässlich seine eigenen Bewegungen sowie deren Wirkung auf das Pferd wahrnehmen zu können.

Im Rahmen der überbetrieblichen Ausbildung hatten beide Klassen des zweiten Ausbildungsjahres im Beruf Pferdewirt in der Landesreitschule des Haupt- und Landgestüts Marbach die Möglichkeit, die in der Berufsschule erworbenen Kenntnisse über die Thematik „Bewegungslehre“, an zwei Terminen in der Praxis zu „erspüren“.

Als Referentinnen konnten dafür Silvia Rall und Gaby Nimsky-Magnussen (beide Pferdewirtschaftsmeisterin Reiten + Zucht und Haltung und Bewegungstrainerin EM) gewonnen werden. Unterstützt wurden Sie von der Klassenlehrerin Dr. Andrea Pfirrmann, die ebenfalls die Ausbildung zur Bewegungstrainerin bei Eckart Meyners absolviert hat.

Im Vorfeld bekamen die Teilnehmer die Aufgabe ihr Bewegungsgefühl mit Hilfe einer Checkliste selbst einzuschätzen. Dabei ging es nicht darum Sitzfehler zu benennen, sondern die Wahrnehmung für z.B. Bewegungskoordination, Bewegungskopplung, Bewegungsumfang, Bewegungstempo, Bewegungsrhythmus, Bewegungsfluss und Bewegungsgenauigkeit zu schulen und somit die Eigenwahrnehmung zu fördern.

Am Lehrgangstag wurde in kleinen Gruppen auf den Schulpferden der Landesreitschule des Haupt- und Landgestüts Marbach geritten und jeder hatte die Möglichkeit sein Reiten diesbezüglich zu analysieren. Mit jeder Reiterin und jedem Reiter wurden dann, in Abhängigkeit der aufgetretenen Bewegungsprobleme, individuelle Übungen auf dem Pferd oder am Boden durchgeführt. Direkt im Anschluss an die Übungen wurde wieder geritten und überprüft, ob und welche Veränderungen danach zu fühlen waren. Alle Wahrnehmungen, durchgeführte Übungen und deren Wirkung auf Reiter und Pferd wurden protokolliert und am Ende der Trainingseinheit gemeinsam Vorschläge für das weitere Training erarbeitet.

Zum Tagesabschluss hatte jeder die Möglichkeit im Rahmen einer Nachbesprechung ein Feedback abzugeben. Alle waren sich einig, dass es ein sehr gewinnbringender Tag war. Jeder konnte für sich viele Anregungen und Übungen mitnehmen, um sich in seinem Dialog mit dem Pferd noch zu verbessern.
Ein großes Dankeschön geht an die Bundesvereinigung der Berufsreiter im Deutschen Reiter- und Fahrer-Verband e.V. und das Haupt- und Landgestüt Marbach für die großzügige Unterstützung sowie an die Delegierten Ulrich Ruopp und Klaus Öhlschläger für die Idee und an die Referentinnen für ihr großes Engagement!

Text und Fotos: Dr. Andrea Pfirrmann

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